Foodtruck Ox Grill und Foodtrailer Napo Amo

Egal ob Foodtruck oder Foodtrailer, jeder sollte sich die Zeit nehmen, seinen passenden Gefährten für die Strasse zu finden. Foto: © Markus Wolf / Foodtrucks Deutschland

Portrait von Markus Wolf

Autor Markus Wolf

Vom Le­bens­mit­tel­che­mi­ker zum Kommunika­ti­ons-Designer. Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. Food­blogger und Food­truck-Experte mit grosser Leiden­schaft für „Slow food on fast wheels“.

Dein eigener Foodtruck – Was es beim Kauf zu beachten gilt

Veröffentlicht am 30. April 2017 von Markus Wolf

Während einige sich erst einen Foodtruck kaufen in der Hoffnung ihr Gericht schon irgendwie zu finden, um dann diesen Truck zusammen mit einem Metallbauer angemessen auszubauen, gehen andere einen eher planvolleren Weg. Wichtig bei der Auswahl des Foodtrucks ist immer, dass er zu euch und eurem Gericht perfekt passt.

Edelstahl Innenleben eines Foodtrucks

Roka Hausmesse 2015 – Foodtruck Innenansicht vor dem GoLive. Foto: © Lucio Chagas Schnell / Foodtrucks España

Zusammen mit Volker Beck von Roka habe ich mich dem Thema einmal angenommen, um euch einige Hilfestellungen hierzu zu geben. Bei der Auswahl gibt es sehr viel zu beachten. Das beginnt bei der Raumhöhe und geht bis zum Platz, den ihr im Foodtruck zur Verfügung habt. Die ersten Schritte zum Truck sind in dem Konzept „Lean-Foodtruck“ sehr gut beschrieben. Erst wenn euer Gericht steht, oder ihr euch sicher seid, was es werden wird, solltet ihr euch auf die Suche nach einem geeigneten Truck machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine wäre es die beliebten Foodtrucks aus den USA zu importieren und in der Schweiz ausbauen zu lassen. Eine andere gleich direkt in der Schweiz oder im nahen Ausland alles zusammen von einem geeigneten Unternehmen machen zu lassen. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

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Worauf muss ich bei der Wahl eines Foodtrucks achten

Sehr wichtig bei der Auswahl eines geeigneten Trucks ist es, die Schweizer Gewerbeordnung zu beachten. Dabei geht es vom rutschfesten Boden über die Arbeitshöhe bis zu Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungen. Wenn ihr plant euren Foodtruck selbst auszubauen, werdet ihr euch mit all dem beschäftigen müssen. Deshalb empfiehlt es sich hier einen geeigneten Foodtruck Ausbauer zu finden, der euch diese Arbeit abnimmt. Nichts ist schlimmer, als mit einem fertigen Foodtruck endlich auf die Strasse zu gehen, nur um dann feststellen zu müssen, dass nach einer amtlichen Überprüfung der Foodtruck so nicht eingesetzt werden darf. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass bei Verstoss mit Strafen zu rechnen ist.

Das nächste Foodtruck Event

13.11.2020 | Beginn: 17:00 Uhr | Winterthur, Halle 124

Logo Foodtruck Happening

Food-Truck Happening Winterthur 2020

Das Food-Truck Happening in Winterthur mit feinsten Leckerbissen aus der ganzen Welt. weiterlesen

Authentischer Foodtruck

Roka Hausmesse 2015 – Modern und sparsam oder charaktervoll und Charmant, das ist hier die Frage. © Lucio Chagas Schnell / Foodtrucks España

Die Abluft muss ordentlich funktionieren, die Stehhöhen den Vorgaben entsprechen und auch die Ausstattung mit Schutzschaltern ist genau vorgeschrieben. Ein heikles Thema, das gerne beim Ausbau vergessen wird, ist die maximale Zuladung. Ein toll geplanter Truck mit allen Extras kann leicht die maximale Zuladung übersteigen. Um diese Obergrenze nicht zu übersteigen und die Zulassung trotzdem zu bekommen werden temporär Geräte ausgebaut. Ein schwerwiegender Fehler, den definitiv keiner machen darf. Daher von Beginn an auf die maximale Zuladung achten. Was auch gerne vergessen wird, ist dass neben den Geräten ja auch noch Personen im Truck arbeiten. Dieses Gewicht muss noch addiert werden.

Natürlich muss dieser Truck ja auch bewegt werden. Je nach Gewicht und Länge des Trucks ist ein spezieller Führerschein notwendig. Anhänger erfordern ebenfalls eines zusätzlichen Führerscheins in der Schweiz.

Das Thema Gas oder Strom hängt ganz von den Gerichten ab, die ihr anbieten möchtet. Strom ist für die Kühlung und Küchengeräte wichtig, während mit Gas häufig gekocht wird. Daher gibt es gute Lösungen, die unterschiedlichen Energiequellen im Foodtruck miteinander zu kombinieren. So erzeugt Gas über einen Generator auch den benötigten Strom. Alternativ dazu kann ein Benzin / Diesel Generator auch an den Tank des Trucks angeschlossen werden, um auch während der Fahrt die Kühlkette aufrecht zu erhalten. In all diesen Fällen kommen geräuscharme Generatoren zum Einsatz.

Ar­beits­stät­ten­ver­ord­nung nicht vergessen

Geräte in einem Foodtruck

Roka Hausmesse 2015 – Perfekt abgestimmtes Innenleben eines Foodtrucks. Foto: © Lucio Chagas Schnell / Foodtrucks España

Der Klappe solltet ihr euch besonders widmen, denn sie soll ja auch zu öffnen sein. Nicht lachen, aber bei dem ein oder anderen Ausbau ist es schon passiert, dass die Hydraulik nicht drauf ausgelegt war, die Klappe vollständig zu öffnen. Also die Klappe immer testen und auch darauf achten, dass sie ordentlich schliesst. Sie ist das Tor zu euren Kunden und daran sollte niemals gespart werden.

Beim Innenausbau ist es wichtig Geräte zu nutzen, die auch dauerhafte Vibrationen aushalten; nicht jedes Gerät ist dafür ausgelegt. Erfahrene Foodtruck Ausbauer haben da die passenden Hersteller an der Hand und können auch mit guten Prozenten punkten.

Foodtruck gebraucht oder neu

Die erste Entscheidung, die ihr treffen müsst, ist, ob es ein neuer oder gebrauchter Truck sein soll. Ein neuer Foodtruck bietet von Anfang an eine hohe Zuverlässigkeit und entsprechenden Fahrkomfort wie Klimaanlage oder Rückfahrkamera. Der Verbrauch ist geringer und man kann die Motorisierung so wählen, wie man sie benötigt. Trucks in Europa fahren fast ausschliesslich mit Diesel, während Importfahrzeuge häufig mit Benzin betrieben werden. Da kann eine Fahrt mit einem Step Van über 150 km hin und zurück schon mal 90 Liter – aktuell ca. 126 CHF – kosten. Geld, das erst erwirtschaftet werden muss. Wenn man selten bis nie längere Strecken fährt, kann es sich lohnen, einen dieser charmanten Trucks zu nehmen.

VW Foodtruck

Roka Hausmesse 2015 – Moderne Foodtrucks – hier ein VW – haben keine Probleme mit Russpartikelfilter und Umweltplakette. Foto: © Lucio Chagas Schnell / Foodtrucks España

Genau das ist es ja auch, was die Foodtruck Szene ausmacht. Begeisterte Trucker fahren voller Stolz mit ihren liebevoll restaurierten Trucks von Standort zu Standort.

LKW Versicherungen und Haftpflicht sind auch sehr unterschiedlich. Manche haben das Glück und ergattern einen Oldtimer, der schon eine Klappe eingebaut hat, andere müssen den Truck gewerblich versichern. Ein Foodtruck mit Russpartikelfilter ist natürlich steuerlich günstiger, als einer ohne, aber mit mehr als 1000 CHF beispielsweise für einen Fiat Ducato Multijet solltet ihr schon rechnen.

Vielen Dank auch an Volker Beck von der Roka Werk GmbH, der mich mit seinen Antworten fachlich unterstützte.